Sonntag, 26. März 2017

Mein "Baby", das mich ernähren soll


Dieser Blog ist zwar immer in erster Linie ein Food Blog gewesen und so soll es auch weiter bleiben (das Thema ist ja gewissermaßen unerschöpflich und auch noch nach Jahren mangelt es mir nicht an Rezepten und Geschichten zum Verbloggen). Aber er trägt auch von Beginn an meine Handschrift und ist unerkennbar mein persönlicher Food Blog, auf dem ich nebenbei den ein oder anderen Gedanken von mir teile. Einfach, weil ich gerne schreibe. Aber auch, weil mich die Menschen hinter ein paar anderen Food Blogs, die ich gerne lese, wirklich interessieren, und auch insbesondere deren persönliche Geschichten. Also, wenn es euch interessiert, News von mir:


Wie der ein oder andere Leser bestimmt mitbekommen hat (ganz zu überlesen und -sehen war es ja nicht), habe ich mir vor knapp zwei Jahren nach einer Pilgerreise auf dem Jakobsweg ein ehemaliges Pensions- und Bauernhaus im Schwarzwald gekauft. Seitdem bin ich am Renovieren. Nun geht aber auch diese Phase langsam zu Ende und bald will ich ganz offiziell meine Black Forest Lodge eröffnen, eine Unterkunft für Naturliebhaber, Ruhesuchende und Sportler. Meine Unternehmung, für die ich einiges getan habe in den letzten Jahren, und die daher fast auch als mein "Baby" bezeichnen kann. Nur, dass es mich bald ernähren sollte und nicht andersherum ;-)


Um ehrlich zu sein, das Renovieren des alten Hauses hat viel Kraft, Zeit, Energie und Geld gekostet. Eigentlich mehr von allem, als ich erwartet hatte. Und das sage ich, obwohl ich ja oft gewarnt wurde und eigentlich nur wusste, dass ich keine wirkliche Vorstellung von dem hatte, was mich erwartet. Das ist die eine Sache. Die andere ist, dass mir auch so viele noch so kleine Schritte in diesem Prozess so unglaublich viel Freude bereitet haben. Ich hätte nie gedacht, dass man sich zum Beispiel an einer tapezierten Wand so freuen kann ;-) Und nun wo die ganze Sache so wirklich Gestalt annimmt und aus den vielen kleinen Teilen immer mehr das Ganze sichtbar wird, wird dieses Gefühl der Freude und Erfüllung über das Geschaffte noch viel deutlicher. Das genieße ich, und das treibt mich auch in dieser Phase, wo es noch so viel zu tun gibt vor der Eröffnung, ständig an und hält meine Motivation, alles für das Gelingen dieses Projektes zu geben, hoch.





Kurz gesagt ist das Konzept einfach, aber gut. Für alles Nötige, um sich wohlzufühlen ist gesorgt: schöne Zimmer, gemütliche Betten (die wurden von den Testgästen bereits gelobt), warme und helle Räume, eine gastfreundliche Atmosphäre... und natürlich gutes Essen. Beim Frühstück setze ich auf regionale Produkte, wo das möglich ist und freue mich auch darauf, die ein oder andere Sache selbst zu backen und zuzubereiten. Wie Brötchen, Kuchen, den ein oder anderen Brotaufstrich. Ich freue mich auf die Abwechslung, denn das Frühstücksbuffet wird von verschiedenen Überraschungen leben und nicht immer gleich aussehen. Also durch viele Aspekte handelt es sich um eine individuelle, besondere Unterkunft. Und in diese sollen auch die richtigen Gäste kommen. Weshalb ich euch, meine lieben Leser, durch diesen Beitrag auch direkt anspreche! Sprich, jemand, der ein 5-Sterne-Hotel will, ist bei mir leider fehl am Platz. Aber jeder, der sich an den oben beschriebenen Dingen freuen kann, und die Natur liebt (Igelsberg ist so ein sonniger, idyllischer, kleiner Ort ... eine heile Welt umgeben von Wald), der ist hier willkommen. Es würde mich so freuen, den ein oder anderen Blogger und/oder Leser persönlich in meiner Lodge begrüßen zu dürfen! Wenn euch mal nach einem Kurzurlaub oder Urlaub im Schwarzwald ist, kommt vorbei! Wir können dann auch gerne mal zusammen kochen.


Auf meiner Webseite bekommt man Bilder zu Gesicht und kann auch jedes Zimmer einzeln ansehen und sich sein Wunschzimmer aussuchen:




Für die Leute in der Nähe: Am 10. Juni wird es einen Tag der offenen Tür geben und danach bin ich ganz für meine Gäste da und es kann gebucht werden.



Eine Sache noch: die Lodge soll auch ein Ort für verschiedenste Veranstaltungen, ein Ort des Austausches und der Inspiration sein. Die ersten Events plane ich bereits... und eines davon ist ein Workshop zum Thema Food Fotografie an einem Wochenende im September. Natürlich zusammen mit einem professionellen Fotografen. Dazu erzähle ich bald mehr.

Mittwoch, 22. März 2017

Hefezopf

Es ist Jahre her, seit ich meinen letzten Hefezopf gebacken habe. Dawzischen habe ich zwar viel Hefegebäck gemacht, aber der klassische Hefezopf lag lange brach. Ich musste erst mal wieder mein Rezept hersuchen. Habe dann aber eines gefunden, welches ich mir eben vor Jahren zusammengestellt und auch ein Mal gemacht habe, soweit ich mich erinnere. Da viele Leute ja keine Rosinen mögen, habe ich mich für eine Version ohne Rosinen entschieden. Mit ein wenig Zucker, aber nicht zu viel. Da der Zopf so gut geworden ist, wird das unten mein Standardrezept (nicht zu vergessen der Tipp zum Flechten des Zopfes, den ich mal aufgeschnappt habe).

Ausschlaggebend war Melli's Kochevent (eine Sache mit dem Anfangsbuchstaben H kochen) sowie spontane Gäste letzte Woche, für die ich als Ausgleich zu den Aufbackbrötchen selbst etwas backen wollte. Der Zopf kam auch bei ihnen gut an.


Hefezopf

250 ml Milch
80 g Zucker
60 g Butter
1/2 Würfel Hefe
500 g Mehl
½ TL Salz
1 Ei für den Teig
Hagelzucker
1 Ei zum Bestreichen

Die Milch mit dem Zucker und der Butter zusammen erwärmen (lauwarm) und  dann die Hefe darin auflösen. Das Mehl mit dem Ei und Salz in eine Schüssel geben, dann die Flüssigkeit hinzufügen und alles für ein paar Minuten zu einem geschmeidigen Hefeteig kneten. Den Teig 1 Stunde gehen lassen.

Den Teig in drei gleiche Teile teilen, diese auf einer mit Mehl bestreuten Arbeitsfläche aufrollen und einen Zopf flechten. Ich habe mal einen Tipp für einen gleichmäßigen Zopf gelesen und mache das seitdem so: Die Teile in der Mitte übereinander legen (direkt auf dem Backblech mit Backpapier) und dann aus der Mitte heraus jeweils zu den beiden Enden flechten (einfach drunter anstatt drüber). Alles nochmal 30 Minuten gehen lassen.

Das andere Ei verquirlen, den Zopf damit bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Den Zopf bei 180°C (Ober- und Unterhitze) ca. 30 Minuten backen.


Und jetzt passt der Name auch endlich mal wieder, um beim Kochen durch das Alphabet teilzunehmen:

Wir kochen uns durch das Alphabet - H

Sonntag, 19. März 2017

Schon wieder ein Tajine-Gericht: diesmal wird's marokkanisch

Meine Tajine-Form nutze ich ja viel zu selten - das denke ich zumindest immer, wenn sie mal wieder im Einsatz ist. Diesmal war es anders. Nach dem letzten Kochen fiel mir direkt eine anstehende Kochesession mit einem Freund ein, von dem ich dachte, dass er sich durchaus für solch einen Kochtopf und aufgrund seiner Reisefreude für exotischere Gerichte interessieren könnte. Also machte ich den Vorschlag, ein marokkanisches Tajine-Gericht zu kochen. Mit allerlei Gemüse und Oliven. Und für das Marokko-Flair Ras el Hanout als Gewürz.

Wir haben die Tajine etwas zu sehr gefüllt und ich hab auch mehr Wasser als angegeben unten rein gefüllt, wodurch es dann etwas zu voll wurde. Also beim Nachkochen ruhig an die angegebenen Mengen halten und lieber nur eine Paprika und normalgroße Kartoffeln nehmen. 

Geschmacklich war das Ergebnis super. Schön viel buntes Gemüse aromatisch gegart eben... da kann ja nicht so viel schief gehen.


Das Rezept ist aus meinem vegetarischen Kochbuch für Tajine's, aber auch hier veröffentlicht. Da ich beim Einkaufen weder frische Petersilie noch Koriander fand, gab's bei uns einfach frische Kresse dazu. Ging auch wunderbar.


Auch fotografietechnisch habe ich was gelernt. Die Bilder sind diesmal nicht von mir ... ich war ganz begeistert von den Smartphone-Aufnahmen. Die Lichteinstellungen, die das Gerät von sich aus ohne Tageslicht drinnen macht, sind nicht übel, finde ich. Der Automatikmodus meiner Spiegelreflexkamera macht da von sich aus nicht so schöne Bilder. Ab jetzt werde ich für ein schnelles Bildchen vom Abendessen wohl öfter mein Smartphone zücken.

Montag, 13. März 2017

Ein vegetarisierter Klassiker: Spaghetti mit Linsen-Bolognese

Ich bin ja eigentlich überhaupt kein Fan davon, bekannte Gerichte zu vegetarisieren. Denn seit ich Vegetarierin bin, vermisse ich Fleisch überhaupt nicht - ich sehe diesen Schritt ganz ehrlich viel mehr als Erweiterung meiner Möglichkeiten, lecker mit Gemüse und Käse zu kochen, als mir anzueignen, wie ich einen Braten mache oder ein Steak koche.

Oben schrieb ich EIGENTLICH. Denn ganz wenige Ausnahmen für vegetarisierte Fleischgerichte gibt es aber, die mich ansprechen. In letzter Zeit habe ich öfter von Linsen-Bolognese gehört oder gelesen. Viele Gedanken zur originalen Bolognese habe ich mir vor ein paar Jahren bereits gemacht. Die Variante mit Linsen spricht mich jetzt natürlich mehr an. Weil ich Linsen mag, und das Gemüse, das in die Bolognese-Sauce kommt. So habe ich einfach mal ein Rezept aus einer Zeitschrift ausprobiert und leicht abgewandelt. Wichtig ist wie immer, dass die Tomanten mindestens eine halbe Stunde vor sich hinköcheln .. je länger, desto besser. Das Ergebnis sehr ihr unten. Ich fand die Sauce echt lecker und sie erinnert auch ein wenig an normale Spaghetti Bolognese. 
Ich habe diesmal Berglinsen verwendet. Ich könnte mir in diesem Rezept aber auch rote Linsen vorstellen, die etwas mehr zerfallen. Wird ausprobiert. Genauso wie eine vegane Variante der Bolognese-Sauce, die mir eine Freundin neulich geschickt hat. Und die sogar ihr Freund, ein bekennender Fleischesser, richtig gut fand. Dies war also nicht der letzte Beitrag zu dem Thema ... ich melde mich, wenn ich weiter ausprobiert habe. Das Rezept unten ist auf jeden Fall schon mal toll!


Spaghetti mit Linsen-Bolognese

für 4 Portionen 

2 Zwiebeln
2 Karotten (normal groß)
2 Stangen Staudensellerie
1/2 Stange Lauch
2 EL Olivenöl
50 g Tomatenmark
1 TL Zucker
100 ml Rotwein
150 g Berglinsen
500 ml Gemüsebrühe
1/2 TL getrockneter Oregano
400 g stückige Tomaten (Dose oder frisch)
Salz
Pfeffer
400 g Spaghetti
frisch geriebener Parmesan


Das Gemüse waschen. Zwiebeln und Karotten schälen. Den Lauch und die Sellerie in dünne Ringe schneiden oder hobeln. Die Karotten fein raspeln. Die Zwiebeln würfeln

In einem Topf 2 EL Öl erhitzen. Das Gemüse hinzufügen und ein paar Minuten anbraten, Tomatenmark und 1 TL Zucker zugeben und alles verrühren, kurz weiterbraten. Alles mit Rotwein ablöschen und einkochen lassen. Dann die Linsen, Gemüsebrühe, Oregano und die Tomaten zugeben. Zugedeckt  alles bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten garen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Spaghetti nach 15 Minuten Garzeit der Sauce in kochendem Salzwasser garen, abgießen und mit der Sauce anrichten. Mit Parmesan bestreut servieren.

Mittwoch, 8. März 2017

Korsischer Brotaufstrich: endlich was "Deftiges" nach dem Fasten

Nachdem mein Mann und ich unsere jährliche Fastenwoche erfolgreich abgeschlossen haben (wir haben aus Termingründen bereits vor der offiziellen Fastenzeit begonnen), ist nun ein bewußter Kostaufbau mit Frischkost und vollwertiger Ernährung angesagt. Ein Rezept, das wir sehr gerne mögen ist dieser korsiche Brotaufstrich. Nach Tagen mit nur flüssiger Nahrung in Form von Gemüsebrühe und Obstsaft ist so ein Aufstrich auf Knäckebrot oder Vollkornbrot ein wahrer Genuss. Aber nicht nur nach dem Verzicht, auch einfach so ist der Aufstrich lecker. Hoffentlich können wir uns dieses bewußte Genießen lange bewahren.


Korsischer Brotaufstrich

100 g weicher Schafkäse
4 gehäufte EL Magerquark
12 schwarze Oliven
frisch gehackte Kräuter

Den Schafkäse mit einer Gabel zerdrücken und mit dem Quark verrühren. Die Oliven in Ringe schneiden und unterheben. Die Kräuter darüberstreuen.